Familienstellen in einer Gruppe

Eine Familienaufstellung findet meist in Gruppen von 8 bis 12 Personen statt. Die Aufstellungsleiterin / Therapeutin befragt die Klientin/ den Klienten zu  ihrem/ seinem Anliegen, ihre/seine Situation und zu  ihrem / seinem System (Gegenwarts- und/oder Herkunftssystem).


Nach diesem klärenden Gespräch entscheidet die Therapeutin, welche Familienmitglieder für die vorstehende Aufstellung relevant sind.
Für diese Familienmitglieder wählt die Klientin/ der Klient dann aus den anwesenden TeilnehmerInnen der Seminargruppe StellvertreterInnen aus. Zum Beispiel eine Stellvertreterin für die Mutter und einen für den Vater. Der Klient / die Klientin stellt dann intuitiv diese StellvertreterInnen zueinander im Raum auf. Für sich selbst wählt die Klientin ebenfalls einen Stellvertreter, eine Stellvertreterinn, welche  für dessen eigenes "Ich" steht und zu den anderen repräsentierten Familienmitgliedern in räumlichen Bezug gestellt wird.
Nachdem alle StellvertreterInnen positioniert sind, setzt sich die Klientin und beobachtet das Geschehen aufmerksam von ihrem Sitzplatz aus.


Indem die StellvertreterInnen zu den entsprechenden Familienmitgliedern, die sie darstellen, eine seelische Verbindung aufbauen, entfaltet sich eine Dynamik, welche die Ursachen von bestimmten Problemen, Symptomen und Schwierigkeiten ans Licht bringen kann.
Nun arbeitet die Therapeutin in kleinen Schritten mit dem was ist, z.B. Lösungssätzen, Veränderungen der Positionen oder neuen Familienmitglieder die relevant geworden sind, die dann als Stellvertreter vom Klienten hinzugestellt werden. Die Therapeutin geht dann schrittweise und mit grosser Achtsamkeit immer weiter mit dem was sich zeigt.


Es ist ein Forschen festgefahrenen Verhaltensweisen und wenn dies möglich ist auch ein Auflösen dieser Muster. Vor allem ist es ein Bewusst machen von alten, meist übernommenen Dynamiken. Wenn nötig, sich abgrenzen lernen von dem was einem nicht gut tut und von dem was belastet.


Sehr berührende Momente sind versöhnende Begegnungen, ein liebevolles Zusammenfinden, loslassen von Wuterfülltem oder anderen Gefühlen gegenüber Familienmitgliedern und vieles mehr.


Alle Teilnehmer geben ein Verschwiegenheits-Versprechen ab, dass sie keine Namen an Dritte weitergeben. Die Privatsphäre wird so gewahrt.